MYCELIUM
Der Ausstellungstitel MYCELIUM verweist auf das unterirdische Pilzgeflecht als System von Austausch und Verbindung. Das Netz das die beiden gezeigten Positionen von Monika Lioba Lang und Rüdiger Tillmann verbindet, besteht aus inhaltlichen Schnittmengen und dem formalen Element der Linie. Während Monika Lioba Lang die Linie als Definition von Körpern im Raum einsetzt, zeichnet Rüdiger Tillmann großformatig in Tusche die Chronik des Waldes. Spuren menschlicher Nutzung und Eingriffe werden so sichtbar. Der meditative Zeichenprozess dient dabei nicht der bloßen Beschreibung, sondern der Verdichtung von Zeit, Werden und Vergehen. Dieser Topos verbindet beide Positionen, bei Tillmann als gleichzeitiges Nebeneinander verschiedener Lebensphasen, bei Lang als zeitliche Abfolge. Lang begreift den Ausstellungsraum selbst als lebendiges System und entwickelt eine Installation, die während der Ausstellung wächst und schließlich vergeht.